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Dresden in Zeiten des Coronavirus

Geschlossene Hotels, leere Restaurants, verlassene Plätze. Das alltägliche Bild in Dresden während der Coronakrise. Nahezu alle Geschäfte geschlossen, vereinzelte Restaurants haben Essen zum mitnehmen angeboten oder lieferten aus. Das öffentliche Leben wurde in einem unvorstellbaren Maße eingeschränkt, was gravierende Folgen mit sich brachte. Denn Hotellerie- und Gastrobetrieben entgingen nicht nur die Gäste über den sonnigen Osterferien sondern auch Geschäfts- und Freizeitreisende zwischendurch. Events, Konzerte und Messen abgesagt oder verschoben. Der Gesamte Tourismus kam zum Erliegen.  Nun geht es nach und nach auf das Ende der Krisenzeit zu, die Läden dürfen wieder öffnen und Menschen dürfen sich nahezu uneingeschränkt bewegen. Ab letzten Freitag den 15. Mai durften dann auch wieder gastronomische Einrichtungen öffnen und Hotels konnten wieder Touristen willkommen heißen. Natürlich alles mit gewissen Einschränkungen. 

Da ich selber ausgebildeter Hotelfachmann bin, sieben Jahre Arbeitserfahrung habe und da Hotels, der Tourismus und die Luftfahrt meine absolute Leidenschaft sind geht es mir natürlich auch nahe die aktuelle Lage mitzuerleben weswegen ich mich entschlossen habe diesen Artikel zu schreiben. 

Dresden während der Quarantäne

Machte man während der Coronakrise mal doch einen Spaziergang hat man die Stadt in einem als Dresdner unbekannten Zustand vorgefunden, nämlich komplett leer. Im April habe auch ich mit meiner Frau einen Spaziergang gemacht da wir unbedingt mal wieder raus mussten, natürlich unter Einhaltung der Hygienevorgaben die zu dem Zeitpunkt galten. Wir starteten beim Hauptbahnhof welcher sonst so voll ist von Pendlern und Reisenden. 

Nach dem Hauptbahnhof ging es entlang der Prager Strasse wo neben geschlossenen Shops und Restaurants auch die leeren Hotels von Ibis Hotels, das Pullman Newa und das The Student Hotel stehen. 

Von der Prager Strasse ging es über den Dr.-Külz-Ring am Altmarkt vorbei zur Frauenkirche am Neumarkt. Auch hier, der Platz ist verlassen. Die Türen des Steigenberger Hotel de Saxe geschlossen und dunkel. Genauso wie die anderen Hotels und Restaurants um den Neumarkt herum. 

Entlang der Frauenkirche führte unser Weg zum Fürstenzug am Hilton Dresden vorbei. Das sonst so belebte Hotel und QF Quartier auch komplett verlassen. 

Nach dem Fürstenzug passierten wir die Kreuzkirche und liefen hinauf auf die Brühlsche Terrasse wo man sonst den Schiffen der Sächsischen Dampfschifffahrt beim an- und ablegen zuschauen kann.

Läuft man über die Augustusbrücke sieht man linkerhand schon ein großes längliches Gebäude, das Bilderberg Bellevue Hotel. Von der Augustusbrücke ging es entlang der Gärten vor dem Bellevue Hotel wo man den berühmten Canaletto-Blick über die Altstadt genießen kann. 

Das Bilderberg Bellevue Hotel hat sich seinen Start sicherlich anders vorgestellt. Am 31. Dezember 2019 noch das The Westin Bellevue gewesen, transformierte es über Neujahr zum Bilderberg Bellevue Hotel und ist somit das erste Hotel seiner Kette in Deutschland. Innerhalb von mehreren Umbauphasen bereitete sich das Hotel auf einen Neustart vor. Doch die Coronakrise machte dem Bilderberg Bellevue Hotel, wie auch anderen Hotels, den Start in das Jahr 2020 sehr schwer. Nur 83 Tage nachdem das Bellevue Hotel unter neuem Namen lief musste das erste Bilderberg Hotel Deutschlands schon wieder schließen. Nach nun knapp 2 Monaten wird das Bellevue Hotel am 19. Mai wieder öffnen.

Vom Bellevue Hotel ging es am Goldenen Reiter vorbei entlang der Hauptstraße wieder nach Hause. Müsste ich ein Fazit unter diesen Spaziergang durch meine Heimat machen dann war es mehr als enttäuschend. Eine so belebte Stadt wie Dresden die von Hotellerie, Gastronomie, Kultur und deren Menschen beeinflusst wird, so erleben zu müssen war wahrlich nicht schön anzusehen. Ohne die Menschen, Einheimische, Touristen und Geschäftsreisenden wirkte Dresden so als hätte man ihr die Lebensadern genommen. 

Wie geht es nun weiter?

Seit dem 15. Mai ist es den Gastronomiebetrieben und Hotels wieder gestattet zu öffnen, natürlich unter Einhaltung bestimmter Richtlinien. Bundesweit gelten weiterhin diverse Abstandsregeln. In Restaurants müssen die Tische und Stühle meist einen Abstand von 1,5 Meter zueinander haben. Auch beim Check-in in den Hotels soll der Kontakt zwischen Mitarbeitern und Gästen auf das Notwendige beschränkt werden. Vielerorts gibt es Abstandsmarkierungen und Abtrennungen die einen geregelten und sicheren Gästeverkehr sichern sollen. 

 

Die Schäden die diese knapp zwei monatige Pause in der Gastronomie und Hotellerie hinterlässt sind immens, bei vielen Gastwirten ging es um die Existenz. Mitarbeiter wurden entlassen oder in Kurzarbeit geschickt. Das sich die Branche schnell erholt wünschen sich viele aber Reisebeschränkungen und ich glaube das generell einige gehemmt sein werden zu reisen, sind Faktoren die eine Erholung verlangsamen. Vielleicht liege ich auch falsch und gerade eben gehen die Menschen wieder raus und verreisen oder vielleicht bleiben sie auch in ihrer Heimat und testen mal Hotels in der eigenen Stadt. Die Heimat mit den Augen eines Touristen zu sehen kann doch auch interessant sein. Hoffen wir das bald wieder ein Normalbetrieb ohne Einschränkungen möglich ist und das Hotels wieder zu 100% belegt sind und Gastronomiebetriebe voll besetzte Tische bedienen können. Denn ein Dresden ohne Menschen ist nicht das Dresden was ich kenne. 

 

 

Sollte es Fragen, Kommentare oder Anregungen geben dann gern das Kommentarfeld unten oder beim Concierge Desk das Kontaktformular nutzen.

 

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